Ein wirklich gelungenes Fest!

Nicht nur das Wetter meinte es gut mit den Freundinnen und Freunden der Verkehrswende in Wiesbaden. Auch der Besucherzuspruch beim zweiten Wiesbadener VerkehrswendeFest am 15. September 2013 übertraf deutlich die Premiere im letzten Jahr:

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Während des gesamten Festes herrschte ein angeregtes und fröhliches Miteinander. Die Straßen waren gut gefüllt mit interessanten Gesprächen, mobilen Neuerungen, mitreißender Musik, vielen Mitmach-Aktionen und anziehenden Gerüchen diverser Leckereien. Große und kleine mobile Menschen hatten den Asphalt um die Ringkirche als Lebensraum entdeckt.

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Eröffnet wurde das zweite Wiesbadener VerkehrswendeFest von Sigrid Möricke, Schirmherrin des Festes und Leiterin des Dezernats für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr. Sie betonte in ihrer Eröffnungsrede unter anderem die dringende Notwendigkeit der Wende, weg von der veralteten Idee einer autogerechten, hin zu einer menschenfreundlicheren Stadt. Dafür bekam sie nicht nur von den Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch vom Oberbürgermeister Sven Gerich, der ebenfalls auf den Holzbänken vor der Tribüne Platz genommen hatte, deutlich zustimmenden Applaus.

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Direkt im Anschluss daran hatten die Besucher beim verkehrspolitischen Frühschoppen die Möglichkeit, Stellungnahmen aller politischen Fraktionen des Wiesbadener Stadtparlamentes zum Thema Verkehrswende in unserer Stadt zu hören und zu beurteilen.

Kommentiert wurden diese Aussagen nicht nur durch die Reaktionen des Publikums, sondern auch von Prof. Dr. Heiner Monheim, einem der renommiertesten Verkehrswissenschaftler in Deutschland, der zwischen den sieben Politikern auf der Bühne Platz genommen hatte.

Einige der Aussagen von Prof. Monheim:

  • Es gibt in der Wiesbadener Stadtpoltik offensichtlich erfreulicherweise ein generelles Bekenntnis für den öffentlichen Verkehr.
  • Seit 2009 nehmen die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr bundesweit deutlich zu.
  • Auch durch den demographischen Wandel wird die Nachfrage nach öffentlichem Verkehrsmitteln weiter zunehmen.
  • Zukunftsfähiger öffentlicher Verkehr braucht ein engmaschiges Netz mit Tangential- und Ringverbindungen, kein radiales Netz mit vielen Umwegen.
  • Städte sind gut beraten, mit dem Bau einer Niederflur-Straßenbahn gleichzeitig zerstörte Straßenräume wieder in das Stadtbild zu integrieren und zu verschönern. Dazu gibt es gute Beispiele mit modernem, ansprechenden Straßenbahn-Design und gleichzeitiger Begrünung.
  • Mit Schienenfahrzeugen ist die Nutzung des ÖPNV 10 bis 15 Prozent besser als bei Verzicht auf Schienenfahrzeuge. Nach Stilllegungen von Straßenbahnen in einigen Städten und ersatzweisen Busverkehr ist die Gesamtnutzung des ÖPNV drastisch zurückgegangen.
  • Die Idee des Großraum-Gelenkbusses, je größer desto rationeller, hat ihre Grenzen. Die Akzeptanz der Jumbo-Technik in kleinen Straßen ist schlecht, riesige Fahrzeuge erzeugen Angst und verkehrsberuhigte Zonen können kaum befahren werden.
  • Der ÖPNV muss kundennah und feinerschließend sein, er muß in die Flächen und Quartiere fahren. Für unterschiedliche Netzaufgaben muß es unterschiedliche Fahrzeuggrößen geben (Minibusse, Midibusse, Quartiersbusse, usw.).
  • Es wäre interessant, die Haltestellendichte in Wiesbaden (Anzahl der Haltestellen pro Quadratkilometer Siedlungsfläche) mit anderen Städten zu vergleichen.
  • Wir brauchen eine Kultur des öffentlichen Verkehrs, mit dem sich die Menschen identifizieren können. Er sollte genauso kreativ und emotional gefördert werden wie der Autoverkehr.
  • Aktive Mobilität (Fuß- und Radverkehr) tut der Gesundheit der Menschen gut und sie tut der Stadt gut. Sie verringert schädliche Emissionen und macht es möglich, Straßen so zu gestalten, dass sie wieder eine bessere Wohnumfeld-Qualität haben.
  • Schmalere Fahrspuren für den Autoverkehr sind eine praktikable Möglichkeit, Verkehrsraum zugunsten anderer Verkehrsmittel umzuverteilen.

Natürlich gab es auf dem Fest dank der vielen Beteiligten und Fest-Partner neben vielen Informationen zum Verkehr auch wieder eine Menge Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden oder praktische Angebote zu Nutzen:

VerkerswendeFest_2013_0034Eine Fahrrad-Waschanlage vom Bündnis 90 / Die Grünen in Aktion.

VerkerswendeFest_2013_0032Ein Fahrrad-Geschicklichkeits-Parcours betreut von der Initiative Wiesbaden im Wandel – Transition Town Wiesbaden.

VerkerswendeFest_2013_0041Für eine fröhliche und bewegte Atmosphäre sorgten die Tucson Arizona Kings und das Absinto Orkestra. Ganz besonderen Dank für eure tolle Unterstützung!

VerkerswendeFest_2013_0033Und viele andere Stände und Aktionen …

Willfried Jaspers von QuerTV haben wir es wieder zu verdanken, dass wir ein professionelles Video über unser Fest zeigen können:

Ganz herzlichen Dank an die vielen Besucherinnen und Besucher, an die MitmacherInnen und an die UnterstützerInnen! Wir haben zusammen ein schönes und wichtiges Fest auf die Beine gestellt, das unsere Stadt bereichert hat und weiter nachwirken wird …

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