1. Wiesbadener Schul-Korso am 5. Juli 2016

Am Dienstag, den 5. Juli werden Wiesbadener Schülerinnen und Schüler gemeinsam die Straßen der Innenstadt erobern. Dann startet die Premiere des Wiesbadener Schul-Korsos auf dem Dernschen‘ Gelände vor dem Rathaus.

Für weitere Informationen, Unterstützungsangebote und Vorlagen (z. B. Elternbrief) bitte hier klicken.

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Die Verkehrspolitik der kommenden 5 Jahre – Unsere Prüfsteine für die Wiesbadener Kommunalwahl am 6. März

Liebe Wiesbadenerinnen und Wiesbadener,

in der kommenden Zeit bis zum 6. März werden bestimmt viele von Ihnen darüber nachdenken, wer im künftigen Stadtparlament die Geschicke unserer Stadt und ihrer EinwohnerInnen lenken soll. Schließlich wollen wir alle von Menschen vertreten werden, die die wichtigen Zukunftsaufgaben in Wiesbaden verantwortungsvoll und im Sinne einer wünschenswerten Entwicklung angehen.

Für eine große Anzahl der Menschen in unserer Stadt spielt dabei die Mobilität und der Verkehr eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund hat das Bündnis Verkehrswende Wiesbaden Fragen als Prüfsteine für die kommende Wahl erarbeitet. An den Antworten lassen sich die Standpunkte, Ausrichtungen und konkreten Vorhaben der Parteien klarer ablesen als an den oft wohlklingenden Wahlprogrammen, die vielfach wenig Konkretes und Verbindliches für uns Wählerinnen und Wähler hergeben.

Hier die Antworten als PDF-Datei:            Hier klicken

 

Wahlprüfstein 1: Klimaschutz

  • „Welche konkreten Maßnahmen werden Sie im Verkehrsbereich ergreifen, um in 4 Jahren das Wiesbadener Klimaschutzziel 20/20/20 zu erreichen?
  • Welche Maßnahme hat für Sie die größte Dringlichkeit?“

 

Wahlprüfstein 2: Öffentlicher Personen-Nahverkehr

  • „Was sind Ihre konkreten Ziele bezüglich einer Stadtbahn in Wiesbaden und bezüglich der Einführung eines Schülertickets im öffentlichen Nahverkehr?“

 

Wahlprüfstein 3: Fußverkehr

  • „Wie werden Sie die Sicherheit für FußgängerInnen verbessern? Wie stehen Sie z. B. zur Absenkung von Bürgersteigen zur verbesserten Benutzung mit Rollatoren, Rollstühlen und Kinderwagen?“
  • „Wie werden Sie die Sicherheit für Kinder verbessern?“
  • „Wie stehen Sie zu durchgängigen Ampelschaltungen bei geteilten Fahrbahnen?“

 

Wahlprüfstein 4: Radverkehr

  • „Welche Maßnahmen des vorliegenden Radverkehrskonzeptes wollen Sie 2016, welche 2017 umsetzen?“

 

Wahlprüfstein 5: Autoverkehr

  • „Welche alternativen Verkehrsarten zum Autoverkehr werden Sie fördern?“
  • „Wie werden Sie das Carsharing in unserer Stadt unterstützen und wie stehen Sie zu kostenlosen Stellplätzen für Carsharing-Fahrzeuge?“
  • „Geschwindigkeitsreduzierungen verringern die Lärm- und Abgas-Emissionen des Autoverkehrs und verbessern die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Für welche Straßen planen Sie Geschwindigkeitsreduzierungen?“

 

Wahlprüfstein 6: Personelle Maßnahmen

  • “Welche Maßnahmen werden Sie für die Einsetzung einer/eines Nahverkehrsbeauftragten ergreifen?“
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Altweiber-Korso – Sind Fahrradspeichen gefährlich für Schlipsträger?

Der erste Donnerstag im Monat Februar ist nicht nur der regelmäßige, monatliche Wiesbadener Fahrradkorso-Tag, sondern 2016 auch der Tag der Weiberfastnacht.

Vor dieser Überschneidung möchten wir schon jetzt warnen!

Wir erwarten am 4. Februar um 18 Uhr vor dem Hauptbahnhof eine zu allem bereite, auffällig bekleidete Menge an Wiesbadener Radfahrerinnen. Diese wird vermutlich versuchen, möglichst viele radfahrende Männer in Wiesbaden vor der Strangulationsgefahr beim Radfahren zu retten, indem sie deren Krawatten auf eine radfahrtechnisch ungefährliche Länge zurechtstutzen.

Leisten Sie keinen Widerstand und nehmen Sie die Hilfe ohne Gegenwehr an. Es ist nur zu Ihrem Besten. Die Strangulation durch das Tragen einer Krawatte beim Radfahren ist ähnlich gefährlich wie der Widerstand gegen eine Gruppe entschlossener Frauen!

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme an dieser Vorsorge-Aktion. Natürlich sind auch zivil gekleidete MitradlerInnen herzlich willkommen!

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Korso-Start ins neue Jahr

Starten Sie mit!

Der erste Impuls für ein erfolgreiches Jahr bei der Weiterentwicklung hin zu einem RadfahrerInnen-freundlichen Wiesbaden ist der erste Donnerstag des neuen Jahres. Am 7. Januar um 18 Uhr treffen sich Engagierte vor dem Hauptbahnhof, um wieder gemeinsam mit Musik, Spaß und der stadtpolitischen Botschaft eine Stunde durch die Innenstadt zu fahren.

Gemeinsam und hochmotiviert starten wir in das Jahr 2016, das

  • mit einem neuen Radverkehrskonzept
  • mit dem 2. Wiesbadener Fahrradfilm-Festival am 19. Februar
  • dem 3. Wiesbadener Stadtradeln vom 18. Juni bis zum 8. Juli
  • dem 1. Wiesbadener Schul-Korso am 5. Juli
  • der 2. Wiesbadener Fahrrad-Nacht am 8. Juli
  • den monatlichen Fahrrad-Korsos
  • und weiteren Veranstaltungen

verspricht, ein gutes Jahr für alle RadfahrerInnen und alle Förderer klimaschonender Mobilität in unserer Stadt zu werden. Damit sich eine fahrradfreundliche Stimmung in Wiesbaden durchsetzt und verfestigt, braucht es viele sichtbare BefürworterInnen auf unseren Straßen. Nur so überzeugen wir StadtpolitikerInnen und MitbürgerInnen mehrheitlich von der Notwendigkeit einer deutlichen Radverkehrsförderung mit mutigen, wirkungsvollen Schritten statt mit plakativen, wirkungsarmen Trippelschrittchen.

Fahren Sie mit und seien Sie ein Teil dieses wichtigen Signals aus der Bürgerschaft!

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Oktober- Korso

Der Herbst beginnt, was die überzeugten RadfahrerInnen in unserer Stadt nicht beeindruckt, sondern nur eine weitere Facette ihres direkten Erlebens von Umwelt und Menschen vom Fahrrad aus ist. Es braucht nicht unbedingt Sonne und Wärme, um schöne Momente auf dem Fahrrad zu erleben und den direkteren Kontakt mit anderen Menschen im Umfeld zu schätzen.

Wer uns jedoch helfen will, noch mehr Gelegenheits-Radfahrer zur Teilnahme am monatlichen Fahrradkorso zu bewegen, der kann zum Beispiel eine Handzettel-Vorlage selbst ausdrucken und sie direkt überreichen, an Fahrräder stecken oder in Briefkästen werfen. Aus einem DIN A4 – Ausdruck ergeben sich 4 Handzettel, so dass der eigene Ausdruck sehr kostengünstig ist:       Hier klicken

Herzlichen Dank für die Unterstützung und die Mitarbeit an einem lebenswerterem Wiesbaden!

Wir treffen uns am Donnerstag 1. Oktober um 18 Uhr vor dem Hauptbahnhof.

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Ferien-Fahrradkorso am 6. August

Sonne, Swing-Musik und super Laune – fahrt mit beim Ferien-Fahrradkorso am 6. August!

Bei uns kann man mit Spaß und in der sicheren Gruppe durch die Stadt radeln … und damit gleichzeitig einen Beitrag für mehr Klimaschutz und eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik in der Hessischen Landeshauptstadt leisten.

Start ist um 18 Uhr am Hauptbahnhof, Ziel etwa eine Stunde später der neue Biergarten am Schlachthof.

Wer das gut findet, hat vielleicht auch ein paar Minuten Zeit & Lust, in seinem Umfeld für den Fahrradkorso zu werben: Handzettel hier herunterladen, selbst ausdrucken, zweimal durchschneiden und weitergeben. Oder an ein geparktes Fahrrad stecken, in einen Briefkasten werfen, …

Download Handzettel-PDF (A4 zweimal durchschneiden = 4 mal A6)

Vielen Dank für die Unterstützung! Wir sehen uns beim Korso …

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PARK(ing) Day Wiesbaden 2015

Das Bündnis Verkehrswende Wiesbaden wird am Freitag den 18. September, dem internationalen PARK(ing) Day 2015 mehrere Aktionen in der Innenstadt organisieren und freut sich auf viele Mitmacherinnen & Mitmacher! Wir haben bereits einige, besonders interessante Parkflächen ausgewählt und suchen jetzt, zusätzlich zu den bereits erfolgten Unterstützungszusagen, weitere PartnerInnen (interessierte BürgerInnen, Künstler, Musiker, Gastronomen, Fahrradhändler, …), um auf diesen Flächen viele schöne und attraktive Aktionen durchführen zu können.

Was ist der PARK(ing) Day?
Der PARK(ing) Day ist ein weltweit am gleichen Tag stattfindendes Experiment. Er fand erstmals im Jahr 2005 in San Francisco statt und verbreitet sich seitdem in Hunderte von Städten über den ganzen Globus. Wir werden also am 10-jährigen Jubiläum beteiligt sein! Am PARK(ing) DAY gestalten Bürgerinnen und Bürger Auto-Parkplätze für ein paar Stunden in öffentlich nutzbare Flächen um und machen so aus Parkraum für gerade ungenutzte Karossen wieder Lebensraum für Groß und Klein. Daraus entsteht neben Spaß und lokaler Verbundenheit ein weltweites Signal für mehr Lebensqualität im knappen, städtischen Raum und gegen die ausgeuferte Verschwendung dieses wertvollen, öffentlichen Gutes als Abstellfläche in autozentrierten, rückwärtsgewandten Städten.

Wir werden die einzelnen Aktionen des 1. Wiesbadener PARK(ing) Days unterstützen, sie bewerben sowie MitmacherInnen und PassantInnen interviewen und mittels einer mobilen Lautsprecheranlage interessante Diskussionen anregen.

Bitte mailt eure Anfragen und Ideen an verkehrswende@web.de

PARKingDay-Nuernberg
PARK(ing) Day in Nürnberg

PARKingDay-Barcelona
PARK(ing) Day in Barcelona

PARKingDay-Bukarest
PARK(ing) Day in Bukarest

Weitere Beispiele:

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PARKingDay-Mexiko

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Neues Radverkehrskonzept jetzt für alle zugänglich

Wiesbadener Radverkehrskonzept: Aus sechs mach 20 Prozent Radfahranteil

Von Manfred Knispel

WIESBADEN – Schon im Mai erhielt die Stadt das von allen Radfahrern mit Spannung erwartete Radverkehrskonzept – veröffentlicht werden soll es indes noch immer nicht. Dieser Zeitung liegt jetzt die aktuelle Fassung inklusive Anhängen vor.

Hier gibt es das Konzept (ohne Anhänge) zum Runterladen.

Auf fast 200 Seiten analysiert darin der Bonner Verkehrsexperte Arne Blase die Radwegesituation in der Stadt und macht im dicken Anlagenband annähernd 1000 konkrete Vorschläge, wie aus Wiesbaden tatsächlich eine Fahrradstadt werden könnte. Anvisiertes Ziel: Aus den derzeit sechs Prozent Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr sollen 20 Prozent werden.

Auch die Mitglieder des regelmäßig tagenden Radforums zeigten sich jetzt angetan von den Vorschlägen des Gutachters. Nur: Noch immer kennt kaum einer außerhalb des Verkehrsdezernats den genauen Wortlaut. Selbst die Mitglieder des Radforums, das als beratendes Gremium von der Stadtverordnetenversammlung ins Leben gerufen worden war, hatten bis gestern Vormittag nur einen Link zur Verfügung, der zu einer knappen Zusammenfassung führte.

Radforum nicht demokratisch legitimiert

Auch im Radforum selbst gab es lediglich eine, allerdings ausführliche, Präsentation durch die Radverkehrsbeauftrage des Dezernats, Rosa Jahn. Dem Wunsch etwa von Dirk Vielmeyer vom Bündnis Energiewende, eine Empfehlung an die Stadtverordneten zu beschließen, das Konzept möglichst zügig umzusetzen, lehnten sowohl die Vertreter der Parteien als auch die Dezernentin ab. Begründung: Das Radforum sei nicht demokratisch legitimiert.

Die Öffentlichkeit gar soll, zumindest nach den Vorstellungen des Dezernats, vermutlich noch Monate darauf warten, das gesamte Konzept studieren und diskutieren zu können. Verkehrsdezernentin Sigrid Möricke erklärte jetzt beim Radforum, dass zunächst die Fachabteilungen ihres Hauses beraten sollten, anschließend würden Stellungnahmen anderer betroffener Behörden und Einrichtungen eingeholt.

Beispielhaft nannte sie Feuerwehr, Polizei oder das Ordnungsamt. Erst danach werde es eine Magistratsvorlage geben. Die Öffentlichkeit könnte informiert werden, wenn diese Vorlage beschlossen sei. Beteiligte gehen davon aus, dass es nächstes Jahr werden könnte.

Quelle: Wiesbadener Kurier

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In einem Interview der Frankfurter Rundschau haben sich Wiesbadens Verkehrsdezernentin Sigrid Möricke und Radverkehrsplanerin Rosa Jahn zur Verkehrswende in unserer Stadt und zum fertiggestellten Radverkehrsplan geäußert:

„Gerade Eltern sollten aufs Auto verzichten“

 Von Arne Löffel

Der Erfolg der Verkehrswende ist eine Frage der Sozialisation, sagt Wiesbadens Verkehrsdezernentin Sigrid Möricke (SPD). Sie und Radverkehrsplanerin Rosa Jahn stellten sich den Fragen der FR.

Das von der Stadt Wiesbaden in Auftrag gegebene Radverkehrsgutachten liegt schon seit Mai in der Verwaltung, allerdings noch unter Verschluss. Noch in diesem Monat möchten Verkehrsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) und Radverkehrsplanerin Rosa Jahn mit Gutachten an die Öffentlichkeit gehen.

Frau Möricke, das 195-seitige Gutachten des Bonner Verkehrsexperten Arne Blase enthält rund 1000 Vorschläge, wie der Radverkehr in Wiesbaden optimiert werden kann. Wie verbindlich sind diese Vorschläge für die Stadt?
Sigrid Möricke: Das Gutachten soll den städtischen Gremien und lokalen Akteuren als Grundlage für Diskussionen und Weichenstellungen zur Förderung des Radverkehrs in Wiesbaden dienen. Wirklich bindend werden Vorschläge aus dem Konzept erst, wenn über konkrete Umsetzungsmaßnahmen beraten und Gremienbeschlüsse gefasst wurden. Ich erwarte in dem Radverkehrsplan von Herrn Blase Analysen und Empfehlungen. Diese sind nach Vorlage des Gutachtens zunächst von betroffenen Fachbereichen wie den Straßenbaulastträgern, Verkehrsplanern, Straßenverkehrsbehörden und der Lokalen Nahverkehrsorganisation zu bewerten. Umsetzbare Maßnahmen müssen beschlossen werden und können dann Stück für Stück abgearbeitet werden. Das gleiche Verfahren wie beim Nahverkehrsplan, den die Rathausgremien nach intensiver Beteiligung von Behörden und Ortsbeiräten Mitte Juli nun beschließen, ohne gleichzeitig alle darin aufgezeigten Einzelmaßnahmen mit zu beschließen.

Rosa Jahn: Viele Dinge können durchaus parallel passieren. Wenn eine Straßenmarkierung aufgefrischt werden muss, das aber in der Prioritätenliste von Herrn Blase nicht ganz oben steht, dann müssen wir mit solch einer Maßnahme, die der unmittelbaren Sicherheit dient, nicht warten, bis andere Vorschläge abgearbeitet sind.

Was steht auf der Prioritätenliste ganz oben?
Sigrid Möricke: Das werden wir sehen, sobald das Gutachten vorliegt. Aus der Vorstellung des Zwischenstandes im Radforum weiß ich aber, dass Herr Blase Maßnahmen aus verschiedenen Bereichen vorschlagen und das Gutachten sich in einzelne Kapitel aufgliedern wird , zum Beispiel Infrastruktur und Beschilderung, aber auch Kommunikation und Werbung. Deswegen rechne ich nicht mit einer TOP Ten–Liste, sondern mit einer Grundlage für einen breiten Meinungsaustausch und einen vielfältigen Instrumentenkasten.

Warum halten Sie das Gutachten noch unter Verschluss?
Sigrid Möricke: Ich halte nichts unter Verschluss, sondern dränge seit Mai in meiner Verwaltung auf Vorlage des fertiggestellten Gutachtens durch das beauftragte Büro. Der Textentwurf, der dem Tiefbauamt im Mai zugesandt wurde, enthielt noch redaktionelle Platzhalter. Da Herr Blase urlaubsbedingt danach nicht direkt greifbar war, konnten die Hinweise und die Freigabe an ihn erst diese Woche erfolgen. Ich rechne daher bis spätestens nächste Woche mit der Abgabe des Gutachtens und habe im Planungsausschuss zugesagt, es unmittelbar danach den Rathausfraktionen für die weiteren Beratungen zur Verfügung zu stellen. Über das Radverkehrsforum habe ich alle interessierten Gruppierungen regelmäßig über die Überlegungen von Herrn Blase auf dem Laufenden gehalten.

Beinhaltet das Gutachten auch Lösungsvorschläge für die komplizierten Fälle, zum Beispiel die Situation am Hauptbahnhof?
Sigrid Möricke: Bei der Situation am Hauptbahnhof brauchen wir eine gute Detaillösung; diese wird Herr Blase nicht vorlegen. Dieser Hot Spot ist aber auf alle Fälle ein wichtiges Thema für die weiteren Diskussionen. Auch die Frage, wie wir mit dem Radverkehr auf den Ringstraßen umgehen sollen, ist noch offen. Das soll uns aber nicht daran hindern, beim Thema Radverkehr weiter voranzuschreiten. Wenn wir darauf warten, bis wir die kniffligsten Stellen gelöst haben, verlieren wir Zeit, einfachere Maßnahmen bereits zu realisieren .

Haben Sie angesichts der angespannten Haushaltslage die Mittel, die Vorschläge umzusetzen?
Sigrid Möricke: Bisher ist beim Radverkehr noch kein Vorschlag gescheitert, weil kein Geld da ist. Die Förderung des Radverkehrs wird aus dem Garagenfonds finanziert, in dem sich derzeit rund zehn Millionen Euro befinden. 1,1 Millionen Euro daraus habe ich für den laufenden Doppelhaushalt pro Jahr für die Förderung des Radverkehrs reserviert, diese Reservierung für den Radverkehr möchte ich auch für die kommenden Jahre so beibehalten. Da der Garagenfonds außerhalb der Dezernatsbudgets läuft, ist dieser von den aktuellen Einsparungen nicht unmittelbar betroffen. Die Mittel sind zweckgebunden zu verwenden.

Der Garagenfonds speist sich aus einem Ablasshandel der Bauherren, die sich von der Pflicht freikaufen, Parkplätze für Autos nachzuweisen. Wie viel kommt da jedes Jahr rein?
Sigrid Möricke: Leider immer weniger. Der positive Effekt, dass die Anwendung der Stellplatzsatzung der Stadt für „verkehrsarme“ Baumaßnahmen wie Studierendenwohnungen gelockert wurde – davon profitiert die Stadt selbst auch bei ihren hat natürlich einen negativen Effekt für die Förderung des Radverkehrs, des ÖPNV und den Bau von Quartiersgaragen, dass weniger Geld in die Kasse kommt.

Ist das symptomatisch dafür, dass der Radverkehr in Wiesbaden oder in ganz Deutschland einen so schwierigen Stand im Verkehrskonzert hat?
Sigrid Möricke: Eine positive Einstellung zum Radverkehr ist zunächst eine Kopfsache und eine Frage der persönlichen Erfahrungswerte. Der Wiesbadener, der Deutsche, ist sicher nicht grundsätzlich fahrradfeindlich, aber häufig ist er autoaffin. Das Auto war für den Deutschen über mehrere Generationen ein Statussymbol und ein Symbol von individueller Freiheit, auf das ungern verzichtet wird. Daher wurde die gesamte Infrastruktur in Wiesbaden über Jahrzehnte darauf ausgelegt. Bestes Beispiel: Die Stilllegung der Wiesbadener Straßenbahnen.

Lässt sich das überhaupt binnen weniger Jahre und mit einer Verbesserung der Wiesbadener Infrastruktur ändern?
Rosa Jahn: Die Veränderung muss auch aus den Menschen selbst kommen. Das ist auch eine Frage der Sozialisation. Erst wenn Eltern ihr Kind konsequent mit dem Fahrrad zum Kindergarten und zur Schule bringen, die Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer auch mit dem Rad kommen, dann kann ein Umdenken stattfinden.

Sigrid Möricke: Wenn die Kinder vom Bett an den Tisch und vom Tisch auf den Rücksitz und dann mit dem Auto zur Schule gebracht werden, dann begreifen sie womöglich auch später noch das Auto als normales Fortbewegungsmittel. Es wäre wichtig, dass gerade Eltern möglichst oft ein gutes Vorbild sind und auf das Auto verzichten, gerade beim Transport der Kinder. Wenn Kritik an der Schulwegsicherheit laut wird, muss man feststellen, dass vor den Schulen die größte Gefahr von den Eltern selbst in ihren Autos ausgeht. Ein Umdenken in den Köpfen zu bewirken, das ist noch ein dickes Brett an dem wir als Politiker und als Stadtgesellschaft noch kräftig zu bohren haben.

Das klingt so, als würde eine echte Verkehrswende noch lange auf sich warten lassen.
Rosa Jahn: Ungeachtet der Tatsache, dass bei der Umsetzung der infrastrukturellen Verbesserungen für den Radverkehr eine höhere Akzeptanz erforderlich ist, so ist das Erreichen der Mitte 30-Jährigen, also der Elterngeneration, besonders wichtig. Wenn die mitmachen, dann brauchen wir zehn Jahre für die Verkehrswende, wenn nicht wohl eher eine ganze Generation.

Quelle: Frankfurter Rundschau

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Fahrradkorso powered by Schlachthof – Das Kulturzentrum engagiert sich für unseren Fahrradkorso am 2. Juli

Unterstützende Werbung, der Schlachthof als attraktiver Zielpunkt sowie eine Apfelschorle und eine Brezel mit Spundekäs für alle Mitfahrer – der Fahrradkorso im Juli wird ein ganz Besonderer werden!

Wir haben für die Aktionswoche „Wiesbaden Engagiert!“ einen Projektpartner für unseren gemeinnützigen Fahrradkorso gesucht … und besonderes Glück gehabt! Der Schlachthof findet unseren Beitrag zur Verkehrswende in Wiesbaden sehr unterstützenswert und belohnt alle Mitfahrer auf mehrfache Art. Vielen Dank an das Schlachthof-Team und auch an das 60/40 und die hofköche, die mit ihren Gastro-Spenden dafür sorgen, dass die Energiespeicher und Flüssigkeitsdepots der Radlerinnen und Radler wieder aufgefüllt werden für kommende, radaktive Aktionen !!!

Startet mit uns um 18 Uhr vor dem Hauptbahnhof und erlebt nach einer fröhlichen Fahrt mit Swing-Musik durch die Innenstadt einen tollen Abschluss auf dem Gelände des Schlachthof!

Unterstützt uns! Handzettel zum Selbst-Ausdrucken und Weitergeben (oder zum Anbringen an parkende Fahrräder):     Hier klicken

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